bluelog Neo

Energiemanagement

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Über Energiemanagement

Neben den Funktionen zur Steuerung von Kraftwerken, welche die Netzstabilität unterstützen (zum Beispiel Frequenzregelung und Wirkleistungsbegrenzung ), bietet der bluelog auch Funktionen für das Energiemanagement. Diese helfen den Anlagenbetreibern, insbesondere denen, die eine Kombination aus PV- und Batteriesystemen verwenden, die Effizienz zu optimieren. Die Funktionen des Energiemanagements haben die niedrigste Priorität unter allen Funktionen der Wirkleistungsregelung.

Sie können die folgenden Betriebsmodi unter Power Control> Wirkleistung> Energiemanagement einstellen. Die verfügbaren Betriebsmodi hängen von dem Anlagentyp ab, den Sie unter Anlagendaten konfiguriert haben.

Betriebsmodus

Anlagentyp

1

Sollwertvorgabe (Wechselrichter)

check mark Nur PV
check mark Nur Batterie
check mark Hybrid (PV+Batterie)

2

Sollwertvorgabe (NAP)

check mark Nur PV
check mark Nur Batterie
cross mark Hybrid (PV+Batterie)

3

PV-Eigenverbrauch

cross mark PV
cross mark Batterie
check mark Hybrid (PV+Batterie)

4

Band Shaving

cross mark PV
check mark Batterie
check mark Hybrid (PV+Batterie)

Sollwertvorgabe (Wechselrichter)

Im Modus Sollwertvorgabe (Wechselrichter) sind keine Energiemanagement-Funktionen aktiv. Der bluelog verwendet externe Vorgaben vom Vermarkter, die über die Remote Power Control-Schnittstelle empfangen werden. Die anlagenspezifischen Sollwerte werden auf der Wechselrichterebene implementiert. Lasten und Eigenverbrauch werden nicht ausgeglichen. Zusätzlich kann die Wirkleistung am Netzanschlusspunkt (NAP) vom Vermarkter begrenzt werden. Die folgenden Vorgaben können gesendet werden:

  • Wirkleistungssollwert PV → gilt auf der PV-Wechselrichterebene

  • Wirkleistungssollwert Batterie → gilt auf der Batterie-Wechselrichterebene

  • Wirkleistungseinspeisung am NAP → Regelt die Leistung am Netzanschlusspunkt

Alle Vorgaben können gleichzeitig gesendet werden. Für die einzelnen Register siehe das Remote Power Control-Lizenz (RPC) bluelog Neo Datenblatt.

Solange der Vermarkter keine Signale sendet, wird die PV-Anlage nicht begrenzt (PSollwert,PV = 100%) und die Batterieanlage lädt und entlädt nicht (PSollwert,Batterie = 0%).

📗

Anwendungsfall

Der Modus Sollwertvorgabe (Wechselrichter) wird hauptsächlich für hybride Anlagen verwendet, wenn der Vermarkter die Anlage individuell steuert, um an Energiemärkten teilzunehmen, wie z.B.:

  • Intraday-/Tagesmarkt.

  • Regelenergiemärkte: Primärregelleistung (FCR) oder Sekundärregelleistung (FRR).

Für Standalone-Anlagen und Steuerbefehle am Netzanschlusspunkt siehe Sollwertvorgabe (NAP)-Modus.

Sollwertvorgabe (NAP)

Im Modus Sollwertvorgabe (NAP) sind keine Energiemanagementfunktionen aktiv. Der bluelog verwendet externe Vorgaben vom Vermarkter, die über die Remote Power Control-Schnittstelle empfangen werden. Die anlagenspezifischen Sollwerte werden am Netzanschlusspunkt (NAP) implementiert. Lasten und Eigenverbrauch werden ausgeglichen. Dieser Modus ist nur für Standalone-Anlagen (PV oder Batteriespeicher) verfügbar.

  • Wirkleistungssollwert PV → gilt am Netzanschlusspunkt

  • Wirkleistungssollwert Batterie → gilt am Netzanschlusspunkt

  • Wirkleistungseinspeisung am NAP → nicht anwendbar

Für die einzelnen Register siehe das Remote Power Control-Lizenz (RPC) bluelog Neo Datenblatt.

Solange der Vermarkter keine Signale sendet, wird die PV-Anlage nicht begrenzt (PSollwert,PV = 100%) und die Batterieanlage lädt und entlädt nicht (PSollwert,Batterie = 0%).

📗

Anwendungsfall

Der Modus Sollwertvorgabe (NAP) wird nur für Standalone-Anlagen verwendet, wenn der Vermarkter die Anlage steuert, um an Energiemärkten teilzunehmen, wie z.B.:

  • Intraday-/Tagesmarkt.

  • Regelenergiemärkte: Primärregelleistung (FCR) oder Sekundärregelleistung (FRR).

PV-Eigenverbrauch

Im PV Eigenverbrauch-Modus wird die Hybridanlage so gesteuert, dass die gesamte verfügbare Solarenergie für den Eigenverbrauch genutzt wird, um die lokale Last zu decken. Überschüssige Solarenergie wird verwendet, um die Batterie aufzuladen. Strom wird nur ins Netz eingespeist, wenn die Batterie vollständig geladen ist. Wenn die Solarenergieerzeugung nicht ausreicht, um die lokale Last zu decken, entlädt die Batterie die gespeicherte Energie. In diesem Modus wird die PV-Anlage niemals geregelt.

Beispiel

Dieses Beispiel zeigt eine Anlageneinrichtung mit einer PV-Anlage (10 MW), einer Batterieanlage (5 MW) und einer angeschlossenen Last. In diesem Diagramm variiert die Last, um das Verhalten des Betriebsmodus zu veranschaulichen.

image-20250804-155133.png
Systemverhalten im PV-Eigenverbrauchsmodus

t0 - t1: Keine Last vorhanden und die Batterie ist vollständig geladen. Alle verfügbare PV-Leistung wird ins Netz eingespeist.

t1 - t2: Die Last steigt, kann aber weiterhin von der PV-Anlage gedeckt werden. Der SOC der Batterie bleibt stabil.

t2 - t3: Die Last übersteigt die verfügbare PV-Leistung. Die Batterie beginnt zu entladen, um die fehlende PV-Leistung auszugleichen, sodass keine Leistung aus dem Netz bezogen werden muss.

t3 - t4: Die Batterie ist vollständig entladen (SOC=0%) und die PV-Anlage kann den lokalen Verbrauch nicht mehr decken. Daher wird Leistung aus dem Netz bezogen.

t4 - t5: Die Last reduziert sich und die PV-Anlage kann den lokalen Verbrauch wieder decken (kein Verbrauch aus dem Netz).

t5 - t6: Die Last sinkt weiter. Überschüssige PV-Leistung steht zur Verfügung, um die Batterie zu laden.

t6 - t7: Die Batterie ist wieder vollständig geladen. Die PV-Leistung deckt die lokale Last. Die überschüssige PV-Leistung wird ins Netz eingespeist.

t7 - t8: Keine Last vorhanden und die Batterie ist vollständig geladen. Alle verfügbare PV-Leistung wird ins Netz eingespeist.


Band Shaving

Das Ziel des Modus Band Shaving ist es, den Leistungsaustausch am Netzanschlusspunkt — sowohl Einspeisung als auch Import — innerhalb eines festgelegten Bereichs zu halten. Dieser Bereich wird durch zwei Leistungsschwellen definiert, die konfiguriert werden können:

  • Untere Grenze

  • Obere Grenze

Die Anlage funktioniert so, dass die Leistung am Netzanschlusspunkt unter der Obergrenze und über der Untergrenze bleibt.

Die Obergrenze löst das Laden der Batterie oder die Regelung der PV-Anlage aus:

  • Wenn die Leistung am Netzanschlusspunkt die Obergrenze erreicht, beginnt die Batterie zu laden, um die überschüssige Energie zu absorbieren und die Leistung am Netzanschlusspunkt unter der Obergrenze zu halten.

  • Wenn die Batterie bereits voll ist oder nicht die gesamte überschüssige Leistung absorbieren kann, wird die PV-Anlage geregelt, um ein Überschreiten der Obergrenze zu verhindern.

Umgekehrt löst die Untergrenze das Entladen der Batterie aus:

  • Wenn die Leistung am Netzanschlusspunkt auf die Untergrenze fällt, beginnt die Batterie zu entladen, um sicherzustellen, dass die Leistung am Netzanschlusspunkt nicht unter die Untergrenze fällt.

Hinweis

Die Obergrenze löst derzeit sowohl das Laden der Batterie als auch die Regelung der PV-Anlage mit einem einzigen Schwellenwert aus. Dies wird in einer zukünftigen Version aufgeteilt:

  • Obergrenze (Batterie): Definiert den Schwellenwert, bei dem die Batterie zu laden beginnt.

  • Obergrenze (PV): Definiert den Schwellenwert, bei dem die Regelung der PV-Anlage ausgelöst wird.